Was ist Resettlement?
Wer aus begründeter Angst vor Verfolgung sein Herkunftsland verlässt, braucht nicht nur unmittelbaren Schutz vor Zurückweisung, sondern auch die Möglichkeit, menschenwürdig zu leben - und eine Zukunftsperspektive. Auf der Grundlage dieser Überlegung ist das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) von der UN-Generalversammlung damit beauftragt worden, „Dauerlösungen für Flüchtlingsprobleme zu finden“.Eine solche Lösung kann, wenn sich die Verhältnisse geändert haben, in der freiwilligen Rückkehr ins Herkunftsland liegen. Eine Dauerlösung kann auch die Eingliederung von Flüchtlingen in die neue staatliche Gemeinschaft des Zufluchtslands sein. Eine dritte Möglichkeit, für Flüchtlinge eine Zukunftsperspektive zu schaffen, ist ihre "Neuansiedlung", auch "Resettlement" genannt. Damit ist gemeint: die Ausreise von Flüchtlingen aus dem Zufluchtsstaat und ihre dauerhafte Aufnahme und Integration in einem aufnahmebereiten Staat.
Eine solche Neuansiedlung ist laut UNHCR dann notwendig, wenn „aufgrund der Verhältnisse im Herkunftsstaat eine Rückkehr auf absehbare Zeit nicht möglich oder – vor allem mit Blick auf das erlittene Verfolgungsschicksal – nicht zumutbar ist, gleichzeitig aber auch keine realistische Perspektive für eine dauerhafte Eingliederung im Zufluchtsstaat besteht, beispielsweise weil die persönliche Sicherheit der betroffenen Personen und ihrer Familienangehörigen oder deren Eingliederung in die Aufnahmestaaten nicht gewährleistet ist, weil sie nur kurzzeitig geduldet oder in geschlossenen Flüchtlingslagern untergebracht sind“ (UNHCR Konzeptvorschlag, Januar 2008).
Nicht für alle Flüchtlinge ist also die Aufnahme in ein Resettlementprogramm sinnvoll. Aber für einige ist es die einzige Rettung aus einer perspektivlosen Lage.

